24 | 09 | 2017

Drachenboot Langstreckenmeisterschaft 2015

Drachenboot Langstreckenmeisterschaft

 
25. April 2015 hier: Talsperre Zeulenroda
25.04.2015 6. offene Deutsche Drachenboot Langstreckenmeisterschaft 2015 - Zeulenroda Triebes Ein Tag am bzw. auf dem “Meer” … oder Deutsche Drachenboot Langstrecken-Meisterschaft 2015 in Zeulenroda-Triebes Die Anreise zur Deutsche Drachenboot Langstrecken-Meisterschaft erfolgte schon am Vorabend. Nach einer Übernachtung im Bio-Seehotel Zeulenroda, das direkt am Zeulenrodaer Meer liegt, beginnt der Renntag schon sehr früh am Morgen. Uns erwartet ein straffer Zeitplan. Um 7:00 Uhr klingelt der Wecker, ein kurzer Blick aus dem Fenster auf den Stausee. In der Ferne lassen sich schon die Bojen für die 2. Wende erkennen. Frühstück gibt es dann erst mal um 7:30 Uhr, bevor wir uns viertel nach acht in Paddelbekleidung vor dem Hotel treffen. Die Landschaft spiegelt sich an der Oberfläche des “Meeres”. Weit und breit noch kein Drachenboot in Sicht, wir sind die Ersten die diese Idylle stören. Morgens 8:30 Uhr, auf geht's zu einer kurzen Trainingseinheit. Das Wasser kennenlernen und einmal den Rundkurs (besser Dreiecks-Kurs) abfahren, um die optimale Fahrlinie zu ermitteln. Nach gut 45 Minuten ist das Training vorbei, und alle Paddler sind jetzt - hoffentlich- wach. Weiter im Zeitplan: Boot zur offiziellen Waage transportieren, wiegen, Gewicht zuladen und nach Freigabe zurück zum Ablageplatz im Startbereich bringen. Nachdem das Boot nun wieder mit allem Zubehör (Kopf, Schwanz, Trommel, Startnummer, …) ausgerüstet und der Pavillon als zentraler Team-Sammelpunkt aufgebaut war, ist es schon fast 10:00 Uhr. Danach gab es etwas Zeit zur freien Verfügung (zumindest für die meisten von uns), in welcher unter anderem auch das Hotelzimmer geräumt werden musste. Für die Teamcaptains und Steuerleute (und Trainer) ging es um 10:30 Uhr zum offiziellen Regattameeting. Zurück am Pavillon, wurde gegen 11:00 Uhr mit dem Aufwärmprogramm begonnen. Nochmal 10 min. für persönliche Dinge, bevor dann gegen 11:45 Uhr das Boot zu Wasser gelassen wird. „Alle Mann (und Frauen) an Bord“. So langsam steigt die Anspannung. „Paddel voraus … und Schlag“, das Kommando vom Steuermann. Und los geht’s, erst mal eine kleine Runde direkt zum Anleger für die Team-Kontrolle. Die ID-Cards werden abgescannt. Diesmal geht alles glatt, alle ID's werden akzeptiert. Inzwischen war auch schon, wie vom Wetterbericht vorhergesagt, ganz gut Wind aufgekommen und die spiegelglatte Fläche vom Morgen hatte sich in ein tosendes Wellen-meer verwandelt. Noch zwei kleine Runden warm fahren und dabei gleich nochmal die Anfahrt zur dritten Wende proben. Dann wird innegehalten bevor es an den Start geht. Pünktlich 12:30 wird gestartet. Zuerst 5 Boote aus der Master-Mixed Klasse mit jeweils 10 Sekunden Abstand. Mit einer Pause von 30 Sekunden startet dann die Nummer 6, das erste Boot aus dem Breitensport. Noch 2 weitere Teams, dann sind wir an der Reihe. Die Start-/Ziellinie befindet sich vor der Landzunge am Hotel. Jetzt nur keinen Fehler machen. Vorzeitiges Überfahren wird mit 10 Sekunden Zeitstrafe geahndet. Der Countdown läuft: „9, 8, … 2, 1, GO“ tönt es vom Band. Auf in die Erste von 3 Runden. Zuerst in Richtung Staumauer zur ersten Wende, dann weiter unter der Brücke hindurch in Richtung zweite Wende. Mit mehreren Zwischenspurts konnten wir uns an das voraus fahrende Boot heran arbeiten und es kam zum ersten Schlagabtausch mit der Startnummer 8. Während des Zweikampfes mit den „WVS Rheingauner Paddelholics“ aus Schierstein, überholten wir im Doppelpack die Nr. 7, den „Schaengel-Express “, aus Koblenz. Noch einmal das Tempo anziehen, und wir hatten die Nase vorn in der Wende (wer vorne liegt hat das Wegerecht). Jetzt mussten wir es irgendwie schaffen, die Schiersteiner von der Welle zu bekommen und etwas Abstand zu gewinnen. Weiter zurück zur dritten Wende (eher eine 90 Grad Kurve), kurz vor Start/Ziel, dann war die erste Runde geschafft. Wieder durch Wende 1, in Richtung Wende 2. Da war noch etwas Abstand zum nächsten Boot vor uns, die Nummer 5 ein Boot der Master Mixed Klasse welches wir auf dem Weg zurück zu Wende 3 problemlos überholten. Auf zur letzten Runde, immer noch die Nummer 6 „Undine Saarlouis“ vor Augen. So folgten immer wieder Zwischenspurts, bis wir wieder gleichauf waren. So ging es zu zweit in Wende 2 und weiter Kopf an Kopf, alle Versuche das Boot irgendwie hinter uns zu lassen schlugen fehl. Trotz Aktivierung der letzten Kraftreserven, konnten wir die Saarländer nicht abschütteln. So ging es zu zweit in die letzte Wende und fast zeitgleich über die Ziellinie. Es ist geschafft, wir haben die insgesamt 11 km gut überstanden. Nach einer kurzen Atempause mal kurz umschauen, wie es bei den anderen Teams steht. Es lässt sich schwer einschätzen wie das Rennen ausgegangen ist, auch wenn es nach uns eine größere Lücke bis zur Zieleinfahrt der nächsten Teams gibt. Jetzt noch eine lockere Runde drehen, bevor das Boot wieder an Land gebracht wird. Frisch geduscht und endlich wieder in trockener Kleidung hatten alle irgendwie ein leichtes Grinsen im Gesicht. Ob Vorfreude auf das Ergebnis oder Erleichterung angesichts der überstandenen Anstrengungen, irgendwie waren alle guter Dinge. 14:48 Uhr, die Ergebnisse werden bekannt gegeben. Jubel-Schreie gehen durch das Team. Wir haben es geschafft, Platz 1 (Fahrzeit 52:44,9) mit 30 Sekunden Vorsprung. Platz 2 geht an die Nummer 6 „Undine Saarlouis“ (53:14,4) und auf dem dritten Platz landet die Nummer 10 „HTW Dragoner“ (53:22,8), ebenfalls aus dem Saarland. Während die Rennen der Leistungsklasse „Premier Open“ und „Premier Mixed“ noch laufen, wird die Zeit genutzt und das Boot wieder auf den Anhänger verladen. Um 17:00 Uhr war die Siegerehrung. Was für ein Gefühl, ganz oben auf dem Podest zu stehen, einfach unbeschreiblich. Das ist der Moment, der die ganzen Anstrengungen und Schmerzen des Trainings vergessen lässt. Was für ein „Tag am Meer“! Danke an das ganze Team, ihr seid eine „Starke Truppe“. Danke an die Paddler, den Steuermann, die Trommlerin, die Teamcaptains, die Trainer und alle anderen die uns unterstützt und diesen Erfolg ermöglicht haben.