19 | 04 | 2018

Rintelner Eisfahrt 2016

Das Display des Bordcomputers warnt vor Glatteisgefahr, als ich das Auto starte. Beim Vereinsgelände am mittlerweile zugefrorenen Kanal haben wir die Boote aufgeladen. Nach einer knappen Stunde Fahrt laden wir sie in Hameln wieder ab. Helfer/innen der DLRG stehen bereit, um den angereisten Kanuten auf der schräg geteerten Fläche ins Wasser zu helfen. Kurz vor zehn Uhr sitzen wir in unseren Kajaks und treiben auf der Weser. Der Fluss führt deutlich weniger Wasser als im letzten Jahr. Dementsprechend schwach ist die Strömung. Wir werden also heuer mehr Muskelkraft einsetzen müssen.

Die Temperatur liegt inzwischen knapp über dem Gefrierpunkt. Der Raureif, der die Felder und Bäume am Weserufer weiß überzogen hat, wehrt sich noch gegen die aufkommende Wintersonne. Am Anfang sind wir ziemlich alleine auf dem Wasser. Ein Stück vor uns sehen wir eine Gruppe weiterer Paddler, doch die meisten sind noch hinter uns oder kommen vielleicht erst auf dem Parkplatz an. Insgesamt werden es an diesem ersten Samstag im Dezember 712 Teilnehmer/innen sein, die sich auf die 26 Kilometer lange Strecke machen. Eine Abkürzung gibt es nicht.

Nach und nach ziehen etliche Paddler an mir vorbei. Ich gehöre eher zur langsamen Fraktion. Mit meinem Plastikboot hält sich der Ehrgeiz, gegen hochgezüchtete Seekajaks anzutreten, in Grenzen. Und gegen die zwei Ruderboote, die als Vierer mit Steuerfrau und geschmückt mit Weihnachtsbäumchen in gleichmäßigem Schlag unterwegs sind, trete ich sowieso nicht an.

Alle paar Kilometer steht ein Posten der DLRG am Ufer. Auch zwei oder drei Motorboote patrouillieren auf der Strecke. Die Retter/innen werden heute kaum etwas zu tun bekommen. Mehr los ist dafür an der Verpflegungsstation auf etwa halber Strecke. Doch die lasse ich links – bzw. rechts – liegen und greife zum mitgebrachten Proviant. Schließlich wartet am Ziel ein leckerer Eintopf auf mich.

Es sind noch keine drei Stunden vergangen, als ich am Vereinsgelände des Rintelner Kanu-Clubs ankomme. Meine Mitreisenden, die etwas flotter unterwegs waren, warten schon auf mich. Die Kajaks ruhen sich auf der Wiese aus, während wir die bereits angekommenen Boote betrachten und den dort aufgebauten Verkaufsstand des örtlichen Händlers mustern.

Nach dem warmen Essen verzichte ich auf das Kuchenbuffet, um den nächsten organisierten Shuttlebus nach Hameln zu erwischen. Bis ich mit dem Auto zurück in Rinteln ankomme und wir die Boote aufladen, ist das Thermometer im Display sogar auf acht Grad angestiegen. Gefroren haben wir an diesem Tag nicht. Dennoch ist es schön, bei Tageslicht und Sonne in Hannover wieder abladen zu können.